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Kleiner Teil des Fußballmuseums Foto: FCI

Kleiner Teil des Fußballmuseums TOP NEWS

Dortmund/Iserlohn. Vor etwas mehr als drei Monaten wurde in Dortmund das Deutsche Fußballmuseum eröffnet. Auf über 7700 Quadratmetern wird die deutsche Fußballgeschichte gezeigt - und auch der FC Iserlohn ist mit seiner U11 für mehrere Wochen ein fester Bestandteil dieser imposanten Ausstellung. Die von Tim Becker trainierten Nachwuchskicker wurden Ende Januar vom Museum zur „Mannschaft des Monats“ gewählt.

Angefangen hat alles mit einem normalen Ausstellungsbesuch vor drei Monaten, als Becker mit seinem Team im Museum war. „Die Jungs waren alle begeistert und wollten am liebsten jeden Tag wieder nach Dortmund fahren“, erzählte der FC-Trainer. Er bedankte sich per Mail beim Museum für einen unvergesslichen Aufenthalt und berichtete, wieviel Spaß die Jugendkicker hatten. Das Feedback ließ nicht lange auf sich warten. Becker: „Ich wurde gefragt, ob wir nicht Lust hätten, uns als Mannschaft des Monats zu bewerben.“ Gesagt, getan. Er schickte eine Fotoserie über den Besuch im Museum sowie einige Spielszenen seiner Mannschaft und hatte Erfolg. Der FC Iserlohn wurde nach dem FC Bredeney aus Essen als zweites Team überhaupt zur „Mannschaft des Monats“ gekürt. In einer Vitrine im Untergeschoss des auffälligen Bauwerks präsentiert sich die U11 nun mit einigen Exponaten bestehend aus Vereinswimpel, Maskottchen „Mac“ und Bildern.

Mit dieser Aktion soll der Amateurfußball in besonderer Weise gewürdigt werden. „Wir sind nicht nur ein Ausstellungshaus für den professionellen Fußball oder für die Nationalmannschaft, sondern wir wollen alle erfassen“, verweist Museumsdirektor Manuel Neukirchner auf die mehr als 180 000 Teams, die in Deutschland Fußball spielen, und auf die über sechs Millionen Mitglieder im DFB: „Das ist eigentlich die Basis, das Herz des Fußballs. Und ohne unseren Nachwuchs wäre Deutschland nie zur Fußball-Nation geworden.“

Die Aktion findet großen Anklang. „Wir haben einen überwältigenden Zulauf, alle wollen sich präsentieren“, freut sich der Museumsdirektor. Die jeweils ausgewählte Mannschaft erhält obendrein einen kompletten Trikotsatz.

Den holten sich die Iserlohner Nachwuchskicker in Verbindung mit einem weiteren Museumsbesuch nun persönlich in Dortmund ab. Empfangen wurden die zehn- und elfjährigen Spieler sowie Trainer Tim Becker von Manuel Neukirchner, der sie als „Nationalmannschaft von morgen“ bezeichnete und in leuchtende Kinderaugen blickte: „Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr leistet.“ Darüber hin­aus sei es für ihn faszinierend, wie sich im Jugendfußball die unterschiedlichsten Kulturen über Religionen und Hautfarbe hinweg zusammenfinden und Regeln anerkannt werden.

Eigene Foto-Reportage in der Multifunktionsarena
Neukirchner spornte die Iserlohner an, ihren Idolen nachzueifern, denn die meisten von ihnen haben in kleinen Vereinen angefangen. Er verwies noch auf Bundestrainer Joachim Löw, der in der Ausstellung sagte, dass es nicht die Elf, sondern nur den gesamten Kader gebe, die Gruppe, in der der eine für den anderen da sein müsse. Sonst wäre Deutschland nicht Weltmeister geworden. „Das sind Werte“, so Neukirchner, „die man im Fußball vermitteln kann und die wir mit unseren bescheidenen Möglichkeiten den Kindern gerne mit auf dem Weg geben wollen.“

Für die Iserlohner ist es zweifellos ein besonderes Highlight, Teil dieser Ausstellung zu sein. Auf einem Screen in der Multifunktionsarena verfolgten sie, wie ihre eigene Foto-Reportage läuft und erlebten dann im multimedial angelegten Museum die großen Momente der Nationalmannschaft sowie des Vereinsfußballs. Gleichwohl können sich die meisten nur an die WM 2014 erinnern. Die Geschichte des Fußballs, die mit dem Wunder von Bern beginnt, ist für den FC-Nachwuchs (noch) eine fremde Welt. Die alten Lederschuhe beispielsweise, mit denen früher gespielt wurde, seien völlig uncool. „Wir hätten mehr Zeit gebraucht, um alles zu sehen“, fiel es Becker schwer, seine Mannschaft schließlich wieder loszueisen: „Die Jungs hätten noch viele Stunden dort verbringen können.“

Quelle: IKZ, Helmut Muschiol